etwas zum hintergrund

ausstellungsszene II

ausstellungsszene in der werkstatt

aus der werkstatt

1948 geboren habe ich mit 17 jahren die gesellenprüfung als schornsteinfeger gemacht und habe in den ersten 1o jahren meines berufslebens mein geld als schornsteinfeger, LKW- und taxifahrer verdient. nach einem lehrer- und anschließend einem erziehungswissenschaftlichen studium  bin ich dann bald 3o jahre mit erwachsenenbildung und sozialmanagement beschäftigt gewesen. nun schnitze ich  seit mehr als 15 jahren, ungelernt, aber dafür  mit begeisterung. der übliche verweis auf zahlreiche ausstellungen in in- oder ausland, auf wettbewerbsteilnahmen  und diverse auszeichnungen muss bei mir leider entfallen. ich habe weder das eine, noch das andere vorzuweisen.

ein fragenkomplex, der mich bei meiner bildhauerei vor dem hintergrund von beobachtungen aus meinem  pädagogischen berufsalltag, aber auch wegen eigener  lebensgeschichtlicher brüche besonders interessiert, ist die frage danach, wie menschen zu sich selbst finden können.

wir sind geprägt von einer lebensgeschichte, deren rahmen wir uns nicht selbst ausgesucht haben. wir haben eine dynamik gesellschaftlicher veränderungen zu verarbeiten, die wenig zeit für besinnung, verstehen und sinngebung läßt. wir  werden neben unseren alltagsgeschäften beschäftigt  mit  einer unzahl von “must haves” und mit  mit zahllosen events.  ein ständiges informationsgewitter mit  facebook-instagram-tinder-twitter-posts, mit whats-app-communitys, mit ständiger handy-präsenz etc. verlangt unsere aufmerksamkeit.
 
der moment des innehaltens, des nachdenkens, des sich entziehens ist etwas, was mich in meinem leben und daher auch bildhauerisch besonders interessiert. mein hierbei bevorzugtes bildhauerisches ausdrucksmittel ist die körpersprache des menschen.

nicht alles was als kunst deklariert wird, ist auch in diese kategorie einzuordnen.  und das gilt auch für meine arbeiten. seitdem ich angefangen habe, zu schnitzen, habe ich mich immer wieder gefragt, wann etwas kunst ist, bzw.ob das, was ich mache auch etwas mit kunst zu tun hat. nicht jede figur, nicht jedes bild ist deshalb ein kunstwerk, weil es eine figur oder ein bild ist.  kunst ist von nicht gering zu schätzender kreativer selbstbeschäftigung, von design, dekoration  und illustration, die oft im gewand der kunst daherkommen  zu unterscheiden. es geht bei diesen unterscheidungen um voneinander abzugrenzende zielsetzungen.   es geht bei der kunst darum, nicht ohne weiteres sichtbare aspekte eines themas aus einer emotional bedeutsamen und kognitiv erhellenden perspektive zu betrachten und ggf. zugänglich zu machen. um mit paul klee zu sprechen: kunst gibt nicht sichtbares wieder, kunst macht sichtbar.

wenn jemand in unseren garten oder in meine werkstatt kommt, eine skulptur betrachtet und es rutscht ihm oder ihr - evtl. auch nur in Gedanken - ein “aha”, oder ein “mmh” oder ein “wie?” raus; wenn eigene gedanken, gefühle oder erinnerungen aktualisiert werden, wenn derjenige sich veranlaßt fühlt, ein weiteres mal hinzugucken, wenn sozusagen die seele in schwingungen versetzt wird,  dann hat evtl. kunst  stattgefunden.

kunst ist das, was am ende rauskommt; ein virtueller vorgang der initiierung von kommunikation, von sinngebung als übereinkunft zwischen hersteller und betrachter. sinn existiert nur virtuell; in den köpfen, in den herzen, als prozess, als übereinkunft, verständigung, kommunikation. so wie in der literatur nicht das buch, das bedruckte papier das kunstwerk ist, so ist in der bildhauerei nicht die figur, das hand*werk das, was das eigentliche ist, sondern es ist der durch dieses initiierte prozess; der vorgang des austausches über eine erzählte geschichte.

vor diesem hintergrund betrachte ich es als eine überaus spannende herausforderung, gedanken, ereignisse, sachverhalte, die mir in meinen leben begegnen und mir bedeutsam erscheinen, holzbildhauerisch in szene zu setzen.

. . .  und die letzte bemerkung wie immer zum schluss:

manchmal bin ich nicht meiner Meinung II
vom wert der geduld - in arbeit
werkstattszene V
werkstattszene III
werkstattszene VI
- Werkkstatt außen -
Lilli im wind - in arbeit
werkstattszene II
mal sehen, was kommt - in Arbeit
Arbeitsszene

manchmal bin ich
nicht meiner meinung

über mich ...

Website Design Software NetObjects Fusion